Zauberbann-Saga

„Wintermond“ Leseprobe Teil 2

Hier Teil 2 der Leseprobe aus dem 1. Kapitel! „Im Zauberbann des Wintermonds“ ist der fünfte Band der Zauberbann-Saga und erscheint am 31. Januar 2019!

Im Zauberbann des Wintermonds

„Sie erkennt dich nicht, Lykos! Wir müssen zurück, es ist zu gefährlich!“

„Nein, auf keinen Fall, Esteban! Ari, hörst du mich? Komm zu mir, bitte, mein Herz!“

Ich reiße die Augen auf.

Etwas …. Da ist etwas … Tief in meinem Inneren reagiert ein Teil von mir auf die Worte des jungen Mannes.

Wer ist er? Was … Was geht hier vor?

Ich blinzele und wende mich den Männern verängstigt zu. In diesem Moment schlagen tiefe Risse wie Blitze in die Wände ein, der Boden bebt und bricht auf, und weiße Betonbrocken fallen von der Decke – der Raum um mich herum beginnt einzustürzen! Ich stehe zitternd auf, den Blick unentwegt auf den jungen Mann gerichtet, der sich mit aller Kraft am Türrahmen festhält und seine Hand nach mir ausstreckt.

„Ruf sie noch mal, Lykos!“, drängt der alte Mann, der hinter ihm steht, panisch. „Wir haben keine Zeit mehr! Wenn der Raum einstürzt, ohne dass wir den Tausch vollzogen haben, sind wir alle verloren!“

„Ari, bitte!“, fleht der junge Mann, der offenbar Lykos heißt, und streckt mir seinen Arm so weit wie möglich entgegen. „Bitte, nimm meine Hand, mein Liebling!“

Warum können die beiden Männer den Raum nicht betreten? Merkwürdige Gedanken schießen mir durch den Kopf, während ich langsam und mit zitternden Beinen zwischen den herabfallenden Betonbrocken auf den jungen Mann zugehe – zum ersten Mal sind es zusammenhängende Gedanken, Gedanken, die  Sinn ergeben und sich nicht sofort wieder auflösen!

Ich kenne den jungen Mann. Ich weiß, dass ich ihn kenne … Ich weiß nur nicht genau, wer er ist …

Nur noch wenige Schritte trennen mich von ihm. Ich strecke zögernd die Hand aus, um seine zu ergreifen – da erbebt der Raum so heftig, dass ich das Gleichgewicht verliere und stolpere.

Als ich aufblicke, erkenne ich, dass auch die beiden Männer zu Boden gestürzt sind. Sie klammern sich verzweifelt am Türrahmen fest, während hinter ihnen ein lauter, chaotischer Sturm tobt.

Ein weiteres Beben lässt den Raum erzittern, und dann passiert alles auf einmal: Der junge Mann wird aus dem Türrahmen geschleudert und vom Sturm mitgerissen; schreckliche Angst um ihn erfüllt mich und dann schlägt etwas heiß und kraftvoll in meinen Verstand ein wie ein Blitz.

„Lykos!“